Erfolgsgeheimnisse wirksamer Mitarbeiter- oder Kundenbefragungen #1

Stakeholderbefragungen, also in erster Linie Befragungen von MitarbeiterInnen oder KundInnen dienen zur Orientierung und als Grundlage für unternehmerische Entscheidungen. Gerade in der vielmals heraufbeschworenen VUCA-World, die volatil, unsicher, komplex und mehrdeutig ist, brauchen Organisationen Fixpunkte zur Steuerung.

Aus diesem Grund ist es für Befragungen essentiell, KEINE zusätzliche Komplexität beizutragen, sondern im Gegenteil, Unsicherheiten zu reduzieren, Dinge auf den Punkt zu bringen, nicht nur beschreibend, sondern auch erklärend zu sein.

Was können generell Befragungen, egal ob Mitarbeiterbefragungen oder Kundenbefragungen, konkret dazu beitragen? Dazu wollen wir in mehreren Kapiteln die wesentlichen Erfolgskriterien darstellen.

VEREINFACHTE DATENAUFBEREITUNG – EASY TO READ

Was ist der Sinn der Datenaufbereitung? Im Grunde geht es um Visualisierung von Daten, um sie verständlich zu machen. Alle, die mit den Ergebnissen, Berichten bzw. Charts arbeiten, egal welche Ausbildung sie haben, sollen die Botschaft der Charts schnell erfassen und verstehen können.

Was muss eine professionelle Visualisierung erfüllen?

  • „ Selbsterklärend sein: das ist wohl die wichtigste Anforderung. Nachdem Ergebnisse von Befragungen sinnvollerweise breit im Unternehmen gestreut werden, und nicht nur einem exklusiven Zirkel vorbehalten sind, ist Vereinfachung das Gebot Nummer 1. Die Visualisierung soll zu ihrem Verständnis keine weitere Erklärung benötigen.
  • „ Alle Informationen zur Interpretation beinhalten (Skalenbeschriftung, Einheiten, Stichprobengröße, Skalenrichtung…). Es ist leider nicht selbstverständlich, dass grundlegende Informationen, wie z.B. Skalenrichtung auch klar dokumentiert sind. Was ist mit einem Wert 2,45 gemeint, wenn nicht die Information über die Skalenbeschreibung vorhanden ist?
  • „ Vergleiche zwischen unterschiedlichen Einheiten der Befragung, Vorwellen bzw. Benchmarks schnell und klar darstellen. Ein wesentliches Ziel von Befragungen ist es, auf Basis von Fakten zu Maßnahmen zu kommen. Ein wirksamer Ansatz ist dabei, Unterschiede zu zeigen, die motivieren, Handlungen zu setzen. Unterschiede zwischen einzelnen Untergruppen oder verschiedenen Befragungszeitpunkten sind daher deutlich sichtbar zu machen.
  • „ Anonymisierung der Daten garantieren (Einzelpersonen dürfen nicht herauslesbar sein).
  • „ Berichte sollen auch präsentierfähig sein. Jeder Bericht muss auch im Rahmen einer Präsentation oder in Workshops mit vielen Teilnehmenden verwendbar sein.

Wirksame Datenaufbereitungen / Berichte folgen dem KISS-Prinzip: „Keep it Super Simple“.

Finger weg von pseudokreativen Diagrammen oder Darstellungen, die Vergleiche zwischen einzelnen Einheiten oder Wellen mühsam machen. Wir finden auch die Darstellung der %-Verteilungen einzelner Fragen als Balken oder Säulen schwer lesbar, weil Unterschiede zwischen verschiedenen Einheiten oder Benchmarks nicht sofort erkennbar sind. Als Zusatzinformation sind Verteilungen durchaus wichtig, aber nicht auf den Berichts-Charts. Ein weiterer Nachteil ist der große Platzbedarf von Verteilungsdiagrammen. Es verlängern sich damit die Berichte, weil oft ein Chart pro Frage nötig ist. Kunden wollen keine Bücher als Berichte.

Beispiel: Charts mit Verteilungen sind oft nicht gut lesbar.

Bewährt und viel leichter lesbar sind klassische Liniendiagramme: