Stand by Me – Was Mitarbeitende stärkt, wenn der Druck steigt.

Die Tage werden kürzer, die Temperaturen sinken und die Erkältungssaison hat begonnen. Mit der dunkleren Jahreszeit verändern sich auch die Rahmenbedingungen im Arbeitsalltag: Während Dunkelheit und Kälte auf die Stimmung drücken können, bleibt der Arbeitsalltag fordernd. Krankheitsbedingte Ausfälle müssen ausgeglichen und Aufgaben neu verteilt werden. Gleichzeitig rückt das Jahresende näher und mit ihm der Druck, offene Aufgaben abzuschließen und gesetzte Ziele rechtzeitig zu erreichen.

Wenn zusätzliche Anforderungen auf Ermüdung und steigenden Arbeitsdruck treffen, kann der Arbeitsalltag schnell zur Belastungsprobe werden. Doch warum kommen manche Menschen mit solchen Phasen gut zurecht, während andere zunehmend an ihre Grenzen stoßen?

Die Antwort liegt nicht allein in der individuellen Belastbarkeit. Auch die Bedingungen, unter denen Menschen arbeiten, spielen eine wesentliche Rolle. Genau hier setzt ein zentrales Modell der Arbeitspsychologie an.

Was uns fordert, was uns stärkt

Das Job-Demands-Resources-Modell (JD-R-Modell; Demerouti, Bakker, Nachreiner & Schaufeli, 2001) erklärt, wie Arbeitsbedingungen das Wohlbefinden und die Motivation von Beschäftigten beeinflussen. Es unterscheidet zwischen zwei zentralen Faktoren: Arbeitsanforderungen und Arbeitsressourcen.

Arbeitsanforderungen (Job Demands) sind Aspekte der Arbeit, die anhaltende Anstrengung erfordern. Dazu zählen beispielsweise hoher Zeitdruck, eine große Arbeitsmenge, emotionale Belastungen oder häufige Unterbrechungen. Wenn hohe Anforderungen dauerhaft anhalten und ausreichende Erholung sowie unterstützende Ressourcen fehlen, kann das die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden erheblich beeinträchtigen

Arbeitsressourcen (Job Resources) hingegen unterstützen Beschäftigte dabei, ihre Aufgaben zu bewältigen und ihre Ziele zu erreichen. Dazu gehören etwa ein unterstützendes Team, wertschätzende Führung, Handlungsspielraum, klare Zuständigkeiten und hilfreiches Feedback.

Entscheidend ist also nicht allein, wie belastbar einzelne Mitarbeitende sind, sondern auch, unter welchen Bedingungen sie arbeiten. Denn selbst engagierte und leistungsfähige Menschen können an ihre Grenzen stoßen, wenn hohe Anforderungen auf fehlende Unterstützung treffen. Umgekehrt können passende Ressourcen dabei helfen, auch anspruchsvolle Phasen besser zu bewältigen und das Leistungsniveau stabil zu halten.

Wenn aus Mehrarbeit Mehrbelastung wird

Was bedeutet das konkret im Arbeitsalltag? Fällt in einem Team eine Person krankheitsbedingt aus, müssen Kolleg:innen möglicherweise zusätzliche Aufgaben übernehmen. Sind Prioritäten klar, Aufgaben sinnvoll verteilt und Führungskräfte ansprechbar, lässt sich diese Situation häufig besser bewältigen.

Fehlen hingegen Unterstützung, Handlungsspielraum oder klare Absprachen, kann aus einer vorübergehenden Herausforderung eine anhaltende Belastung werden. Mitarbeitende müssen dann nicht nur mehr leisten, sondern gleichzeitig mit zusätzlichen Hindernissen umgehen.

Gerade in Zeiten hoher Arbeitsdichte wird deshalb sichtbar, wie wichtig gute Arbeitsbedingungen sind. Nicht jede Belastung lässt sich verhindern. Unternehmen können jedoch beeinflussen, wie Arbeit organisiert wird, welche Unterstützung zur Verfügung steht und ob ausreichend Raum für Erholung bleibt.

Das JD-R-Modell lenkt den Blick damit weg von der Frage, wie belastbar einzelne Mitarbeitende sind, hin zu einer ebenso wichtigen Frage: Wie belastungsförderlich oder belastungsreduzierend ist unsere Arbeitsorganisation?

Belastung ist nicht immer sichtbar

Doch woher wissen Unternehmen, welche Anforderungen ihre Mitarbeitenden tatsächlich belasten und welche Ressourcen ihnen helfen? Führungskräfte können vieles beobachten, aber nicht jede Belastung ist von außen erkennbar.

Unklare Zuständigkeiten, fehlende Unterstützung oder eine schwer bewältigbare Arbeitsmenge können den Arbeitsalltag erschweren. Ebenso können Teams über wertvolle Ressourcen verfügen, die bislang wenig wahrgenommen oder gezielt genutzt werden.

Genau hier setzt die gesetzlich erforderliche Evaluierung / Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung am Arbeitsplatz an: Sie macht sichtbar, welche Arbeitsbedingungen zur Fehlbelastung werden und wo Veränderungen notwendig sind. Mit dem qualitätsgeprüften Fragebogenverfahren PsyBePLUS® setzt pluswert auf einen positiven Zugang zur Evaluierung psychischer Belastung: alle Fragen sind positiv formuliert und verhindern eine Negativspirale im Evaluierungsprozess. So entsteht eine lösungsorientierte Grundlage, um Belastung zu reduzieren und Ressourcen zu stärken.

Erst verstehen, dann verändern

Die Evaluierung / Gefährdungsbeurteilung verbindet zwei Vorteile: Unternehmen erfüllen eine gesetzliche Verpflichtung und erhalten gleichzeitig die Chance, ihre Arbeitsbedingungen aktiv zu verbessern. Denn wer Belastungen reduziert und Ressourcen stärkt, kann Mitarbeitende entlasten, Motivation fördern und die Arbeitszufriedenheit steigern.

Besonders praktisch: Der PsyBePLUS® lässt sich problemlos in eine Mitarbeiter:innenbefragung integrieren. So können beide Befragungen kombiniert und zusätzlicher Aufwand vermieden werden.

Die Ergebnisse zeigen, wo Handlungsbedarf besteht und wie Arbeitsbedingungen gestaltet werden können, damit Anforderungen besser bewältigbar sind und Mitarbeitende wirksam unterstützt werden. Denn Belastungen lassen sich nicht immer vermeiden. Entscheidend ist, welche Ressourcen zur Verfügung stehen, damit Mitarbeitende auch bei hohen Anforderungen gesund und motiviert bleiben.

Schreiben Sie uns doch einfach in unser Kontaktformular, was Sie zu diesem Thema beschäftigt. Wir lieben den Dialog.

Wir unterstützen Sie bei Ihrem Projekt zur Evaluierung / Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung mit unseren langjährigen Erfahrungen, von der Konzeption bis hin zur Maßnahmendokumentation.